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Negative Beispiele für geschlechtergerechte Sprache


Einzelne Kantone verweigern sich den Antidiskriminierungsgesetzen.
Es ist klar, daß hier noch viel mehr Druck gemacht werden muß.

Der völlig rückständige Kanton Appenzell-Innerrhoden - und damit bezeichnenderweise der letzte Kanton in welchem die Einführung des Frauenwahlrechtes (gegen den offenbaren Willen der Stimmbürger) vollzogen wurde - setzt natürlich die Antidiskriminierungsrichtlinien nicht um.

Beispiel Kanton Appenzell-Innerrhoden

Nachtrag 14.02.2008: Durch eine Leserin-Zuschrift wurden wir darauf aufmerksam gemacht, daß wir den Sachverhalt viel zu positiv dargestellt hatten (wir danken der Leserin ausdrücklich für Ihren wertvollen Hinweis):

Nicht 1974, sondern erst 1990 wurde in Appenzell-Innerrhoden das Frauenwahlrecht eingeführt. Doch nicht einmal freiwillig, sondern durch Bundesgerichtsentscheid:

Die meisten Kantone führten kurz vor oder nach der Eidg. Abstimmung über das Frauenstimm- und Wahlrecht auf kantonaler und Gemeindeebene Frauenstimmrecht ein. Bloß die beiden Halbkantone Appenzell-Außerrhoden und Appenzell-Innerrhoden weigerten sich, auf Kantons- und Gemeindeebene Frauenwahlrecht ebenfalls die Rechte der Frauen zu achten.

Besonders seit den 1980er Jahren nahm jedoch der Druck auf die Appenzeller fortwährend zu. Die Männer in Appenzell-Außerrhoden ergriffen 1989 die letzte Chance, den längst überfälligen Schritt in Richtung Gleichstellung der Frau zu vollziehen. Doch in Appenzell-Innerrhoden weigerte man sich weiterhin beharrlich, Frauenwahl- und stimmrecht einzuführen.

Am 27.11.1990 urteilte das Bundesgericht, daß zur Einführung des Frauenstimmrechts in Appenzell-Innerrhoden weder eine Verfassungs- noch eine Gesetzesänderung und somit auch keine Volksabstimmung notwendig sei, es genüge vielmehr, die bestehenden Texte so zu interpretieren, daß die Frauen mitgemeint seien und sorgte so dafür, daß auch die emanziperten Frauen endlich wählen durften. Erst daraufhin wurde im Kanton Appenzell-Innerrhoden widerwillig das Frauenwahlrecht eingeführt.
 


Die meisten Firmen aus der Privatwirtschaft machen die Antidiskriminierung nicht mit.

So steht z. B. bei der Schweizer PostFinance einfach im Kleingedruckten: "Alle Personenebezeichnungen beziehen sich auf Personen beider Geschlechter sowie auf eine Mehrzahl von Personen".

Damit ist es natürlich nicht getan. Wir müssen dafür kämpfen, daß auch die PostFinance stets beide Geschlechterbezeichnungen nennt!

 


Noch schlimmer geht es bei Polizeibericht.ch zu.

Hier streicht die Redaktion aus den korrekt ohne geschlechterdiskriminierende Weglassung der weiblichen Bezeichnungen übermittelten Polizeimeldungen der Kantons- und Stadtpolizeien sowie der Schweizer Bundespolizei einfach die weiblichen Geschlechterbezeichnungen raus und kürzt!
 


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October 18. 2017 00:14:45


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