30.07.2009 - Wut, Trauer: Aus für FraZ!

Die Frauenzeitung Fraz, das Sprachrohr der Schweizer Frauenbewegung, wird nach 35 Jahren eingestellt. Unfaßbar! Die Zeitung zählte am Schluß noch eine Auflage von 2‘500 Exemplaren.

Nur 1‘200 LeserInnen hatten ein Abonnement, viele davon zwischen 40 und 60 Jahre alt und dem Blatt seit seinen Anfängen treu, lästern diverse Zeitungen gehässig.

1987 hatte die Fraz noch eine Auflage von bis zu 4‘500 Exemplaren. Ab Mitte der 1990er Jahre  ging es mit den Zahlen dann kontinuierlich bergab. Und dies trotzdem die Emanzipation immer mehr thematisiert wurde, nicht zuletzt verdienstvoll durch die große Kämpferin gegen Frauendiskriminierung, Micheline Calmy-Rey, gegen die noch heute in den Medien und im Internet völlig zu Unrecht überkritisch hergefallen wird.

Es ist unglaublich, was in der Presse steht: Schuld am Tod der FraZ ist das stetig sinkende Interesse an Frauenfragen.

Vor allem jüngere Frauen hätten heute nur noch wenig für solche Themen übrig, soll Co-Geschäftsführerin Monica Vanoni gegenüber der Nachrichtenagentur SDA gesagt haben. Monica Jeggli, ehemalige Geschäftsführerin der Zeitung sieht den Grund aber auch darin, daß Frauenthemen in vielen anderen Medien einen Platz gefunden hätten.

Soll das etwa heißen, man(n) ist der Frauenthemen überdrüssig?

Der Kampf fängt erst an und ist hochaktuell, denn: Nur Frauen, die kämpfen, sind Frauen die leben (Zitat alternatives Radio LoRA, Zürich)