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Die Bibel

Die Bibel in gerechter Sprache (BigS) - Jesus fuhr auch mit den Jüngerinnen Boot!

Die BigS ist eine Neuübersetzung der biblischen Schriften (einschließlich Apokryphen) aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen ins Deutsche.

Die Übersetzungsarbeit in die gerechte Sprache wurde in den Jahren 2001 bis 2006 von 40 weiblichen und 12 männlichen BibelwissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geleistet.

In der Einleitung (Bail u.a. Hg., S. 10) werden als Aspekte des besonderen Profils dieser Übersetzung genannt:

- Frauen sollen überall dort, wo sozialgeschichtliche Forschungsergebnisse nahelegen, daß sie mitgemeint sind, ausdrücklich benannt werden. So spricht die BigS von „Jüngerinnen und Jüngern“ oder von „Pharisäerinnen und Pharisäern“, weil das das Neue Testament selbst sagt (vgl. Lk 8,2-3 Lut), bzw. weil sozialgeschichtliche Forschungen ergeben haben, daß diese Gruppierungen Frauen einschlossen.

- Es soll deutlich werden, daß Jesus und die biblischen Apostelinnen und Apostel sich als Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft verstanden, in der sie zwar kritische Akzente setzten, von der sie sich aber nicht – wie die spätere Kirche – grundsätzlich abgrenzten. So werden beispielsweise die Antithesen der Bergpredigt (Mt 5,21-48 EU) nicht mehr mit dem abgrenzenden „Ich aber sage euch“ sondern im Sinne rabbinischer Auslegungspraxis als „Ich lege euch das heute so aus“ übersetzt.

- „Soziale Realitäten“ wie etwa die Sklaverei oder die Gewaltstrukturen des Römischen Reichs, die der Text benennt, sollen klar erkennbar sein und nicht, wie häufig in früheren Übersetzungen, verharmlost oder spiritualisiert werden. Die „Magd“ aus der Übersetzung Martin Luthers etwa wird wieder zur „Sklavin“, weil dieser Begriff die „Unterdrückungsbedingungen“ präziser bezeichne.

Ferner soll dem Glauben, daß Gott menschliche Erkenntnis- und Benennungsmöglichkeiten übersteigt, dadurch Rechnung getragen werden, dass der – nach jüdischer Tradition unaussprechliche – Eigenname Gottes (JHWH) nicht in sogenannter „patriarchaler Herrschaftssprache“ als „Herr“ übersetzt wird.

Stattdessen bietet die BigS dort, wo im Grundtext der Eigenname Gottes steht oder gemeint ist, unterschiedliche Lesemöglichkeiten an: Der Lebendige, die Lebendige, ErSie, der Ewige, die Ewige, Schechina, Gott, Ich-bin-da (Ex 3,14 EU) u. a.

 

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October 18. 2017 00:14:45


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