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Achselhaare rasieren oder sprießen lassen?

Frauen sollen sich permanent die Achselhaare rasieren und Männer nicht!

Warum eigentlich?!

Nur dem Mann zuliebe?

Es ist im Grunde genommen schlichtweg unnatürlich, sich die Achselhaare (oder gar noch die Schamhaare) zu rasieren, denn die Natur hat sich ja schließlich was bei gedacht. Man zieht sich ja auch nicht die Haut vom Leib.

Warum tun es dennoch so viele Frauen?

Geht man der Sache näher auf den Grund, so zeigt sich, daß die in der von Männern dominierten Gesellschaft an Frauen subtil gerichtete "moralische" Forderung nach Rasur der Achselhaare bei genauer Betrachtung nichts anderes als eine Form der Unterdrückung der Frau durch den Mann ist.

Zusätzlich zum unterdrückerischen patriachalischen Druck kommt noch der Druck der Rasierklingen-Industrie auf die Frauen.

Noch vor zwanzig Jahren war es "normal", daß Frauen sich nicht die Achselhaare rasierten, sie ließen sie einfach sprießen.

Es war etwas genauso Natürliches wie die Augenbraue.

Jetzt rasieren sich die Frauen nicht nur die Achselhaare, sondern auch die Schamhaare.

Klingenverbrauch verdoppelt sich - erfolgreiche Propaganda der Rasierklingenindustrie

Der Klingenverbrauch verdoppelt sich. Die leider erfolgreiche Propaganda der Rasierklingenindustrie zeigt ihre verheerende Wirkung.

Da Achselbehaarung eines der Merkmale ist, welches Erwachsene vom Kind unterscheidet, kann man Männern, die verlangen, daß Frauen sich die Achselhaare kahlrasieren sollen, durchaus auch eine pädophile Neigung attestieren.
Besonders, wenn sie das auch noch ästhetisch und / oder erotisch finden.

Ausgenommen sind natürlich hiervon Menschen, die das aus religiösen Gründen machen.

Was Wikipedia sagt:

Auszug aus dem weltweit größten Internetlexikon Wikipedia.
Mitte der 80er Jahre sorgte die Sängerin Nena daher aufgrund ihrer unrasierten Achselhaare in der englischen Boulevardpresse für Gesprächsstoff.

Bei einem Konzert in England wurden von einigen Fans sogar Spruchbänder mit der Aufschrift "Nena, wir lieben deine haarigen Achseln!" hochgehalten.

Die Rasurverweigerung der damals noch jungen Juliette Lewis wurde von einigen als "ungeheure Demonstration rebellischer Eigenartigkeit" gesehen.

Auch Patty Smith provozierte mit dem Plattencover von "Easter" durch Zeigen ihrer Achselhaare.

 Die Zeitschrift Vogue wollte Helmut Newtons Fotoaufnahmen von Hanna Schygulla nicht veröffentlichen, weil sie fast immer ihre Achselhaare zeigte - Kommentar der Chefredakteurin: "Die Achselhaare."

Auch heute noch wird das Tragen von Achselhaaren im Foto- und Filmbereich in den Medien thematisiert, wie z. B. im Fall von Drew Barrymore beim Besuch der "Fashion Week" in New York und von Julia Roberts 1999 bei der Premiere von "Notting Hill".

Insgesamt sorgt natürliche Achselbehaarung in der westlichen Kultur bei Frauen vielfach für Gesprächsstoff, während Achselbehaarung beim Mann vorwiegend als Zeichen der Männlichkeit verstanden wird. Dennoch gehört die Entfernung der Achselhaare seit Ende des 20. Jahrhunderts vielerorts zum veränderten Schönheitsideal bei Männern.

Besonders bei Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren nimmt die Anzahl der Rasierenden jährlich zu und gehört bei vielen zur regelmäßigen Körperhygiene dazu. Jugendzeitschriften wie Bravo oder Yam! empfehlen den jungen Männern eine Rasur aus hygienischen und ästhetischen Gründen.
Feministinnen lehnen die Rasur ihrer Achselhaare ab, da sie die Forderung nach einer unbehaarten Frau als Ausdruck des Patriarchats empfinden.

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October 18. 2017 00:14:45


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